12. März 2019 / Matthias Hedrich

eLearning-AWARD 2019 für das Projekt „Interaktives Kunden Service Modul“ (IKSM)

„Es ist geschafft!“

So könnte man den spektakulären Projektabschluss auf der Didacta 2019 in Köln beschreiben. Denn für das innovativ umgesetzte Konzept eines „Interaktiven Kunden Service Moduls“ (IKSM) wurde am 19.02.2019 der eLearning Award 2019 in der Kategorie „Servicetraining“ an die sichtlich erfreuten Projektmitglieder verliehen (siehe Abbildung 1).

IMG_0516
Abbildung 1: Verleihung eLearning-Award 2019, Didacta Köln. Von links: Matthias Hedrich (Projektverantwortlicher Universität Stuttgart), Francesco de Marco (Projektleiter Firma Trumpf GmbH + Co. KG), Lena Kühnle (Mitarbeiterin Schulungszentrum Firma Trumpf GmbH + Co. KG), Christopher Poppel (Projektverantwortlicher Firma Trumpf GmbH + Co. KG)

Beim Projekt handelt es sich um einen Forschungsauftrag aus der Industrie, der in Kooperation zwischen dem Institut für Erziehungswissenschaft (IfE) an der Universität Stuttgart und dem Auftraggeber, dem Schulungszentrum der Firma TRUMPF GmbH + Co. KG in Ditzingen, innerhalb eines Jahres erfolgreich durchgeführt wurde. Die maßgeblich von Matthias Hedrich (Universität Stuttgart) und Christopher Poppel (Firma Trumpf) vollzogene Projektumsetzung zeigt auf eindrucksvolle Weise einen Weg, der es erlaubt im Schulungszentrum angebotene Servicetrainings, die aus technologischen Fluktuationsgründen in Zukunft nicht mehr als Präsenzschulung durchgeführt werden können, in Form von digitalen interaktiven Servicemodulen ortsunabhängig und individuell bedarfsgerecht mittels Internetverbindung am PC, Laptop oder Handy anzubieten. Damit ist es gelungen einen Grundstein zu legen, mit dem elaboriertes Erfahrungswissen im Schulungszentrum der Firma TRUMPF GmbH + Co. KG bewahrt und auch in mittel- bis langfristiger Zukunft zuverlässig den Kunden angeboten werden kann. Dies betont auch Francesco de Marco (Projektleiter im TRUMPF-Schulungszentrum in Ditzingen), der das Anliegen verbildlicht und davon spricht, dass Erfahrungswissen eingefroren werden muss, um es nicht zu verlieren.

Das IKSM wurde exemplarisch für den Lastertyp „TruFlow 12000“ entwickelt, lässt sich durch seine allgemein gehaltene Struktur aber ohne jegliche Einschränkung auf andere Maschinen übertragen. Eine an Maschinenteilbereichen/-komponenten orientierte fundiert didaktisch begründete Struktur stellt den Grundstein des IKSM dar. Der Benutzer hat, ausgehend von einer zentralen Startoberfläche, innerhalb der ein 3D-Modell der Maschine um die senkrechte Achse rotiert werden kann, die Möglichkeit die einzelnen Teilkomponenten der Maschine interaktiv auszuwählen (siehe Abbildung 2). Innerhalb einer ausgewählten Teilkomponente kann er sich dann technische Informationen zu dieser beschaffen oder sieht über eine Vorauswahl alle Wartungs- und Servicearbeiten, die diese Teilkomponente betreffen. Irrelevante Wartungspunkte, die andere Teilkomponenten des Lasers betreffen, sind inaktiv gesetzt und können vom Benutzer nicht ausgewählt werden. Diese kanalisierte Darbietung von wichtigen Informationen zentriert den Benutzer auf das Wesentliche für die jeweilige Teilkomponente. Wird letztlich in der Auswahl, der für eine Teilkomponente relevanten Wartungs- und Servicepunkten, ein spezifischer Punkt ausgewählt, kann der Benutzer sich zunächst alle notwendigen Werkzeuge und Betriebsmittel für die Wartungs- und Servicearbeit anzeigen lassen. Außerdem kann er das korrekte Vorgehen anhand hochauflösender Videos betrachten, die einen Experten (Servicetechniker mit ca. 20-jähriger Erfahrung) bei der Durchführung der Wartungs- und Servicearbeit zeigen. Die Videos sind durch entsprechende Perspektivenwechsel und der Einblendung von bildhaften Teilausschnitten oder Textinformationen so aufbereitet, dass der Novize befähigt wird die vom Experten dargebotene Wartungs- und Servicearbeit selbstständig gedanklich nachzuvollziehen, durchzuführen und auf diesem Weg Stück für Stück eine eigene Expertise zu entwickeln.

IKSM_Ebene1
Abbildung 2: Zentrale Bedienoberfläche des Interaktiven Kunden Service Modul (IKSM)

Hierfür war besonders wichtig, dass das IKSM sehr realitätsnah aufgebaut ist, aber dennoch auf schnellem und einfachem Wege selektiv Informationen zur Verfügung stellt. Dass dies überzeugend gelingen kann belegte eine erste (inhaltliche) Validierung des IKSM-Prototyps, die in Hälfte eins der Projektphase durchgeführt werden konnte. Drei hochspezialisierte Servicetechniker mit langjähriger Erfahrung hatten bereits in diesem Kontext den Prototyp des IKSM als gut bis sehr gut hinsichtlich der Selbstbeschreibungsfähigkeit, der Steuerbarkeit, der Erwartungskonformität, der Lernförderlichkeit und der Tätigkeitserwartung beschrieben, womit das übergeordnete Ziel einer hohen Benutzerfreundlichkeit bereits beim Prototyp nachgewiesen werden konnte. Das finale IKSM dürfte den Prototyp überflügeln und wird aktuell über das Schulungszentrum der Firma TRUMPF GmbH + Co. KG einer breiteren Maße an Servicetechnikern vorgestellt, die es einer Bewertung mittels Onlinebefragung unterziehen. Alle Projektbeteiligten sind bereits jetzt schon sehr gespannt auf das Ergebnis.

Zum Seitenanfang